Cover des Jahres 2019: Das Greenpeace Magazin triumphiert mit Klima-Titel

Das Jahr 2019 war geprägt von der Klima-Debatte. Daher erscheint es beinahe naheliegend, dass ein Klima-Titel zum Cover des Jahres 2019 gekürt wird. Das 'Greenpeace Magazin' überzeugte die Jury mit einem einfachen und gleichzeitig alles sagenden Schalter, den die Politik und jeder Einzelne umlegen muss, um seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Das sagt die Jury zu den Top 3-Titeln im Rennen um das Cover des Jahres 2019:

1. Platz: Greenpeace Magazin 1/2020

Thekla Jakobi, Creative-Director bei husare: "Weil es den Punkt der Zukunft trifft. Mehr als gut GEMACHT!"

Vincent Schmidlin, Sprecher der Serviceplan Agenturholding: "Der logische (und pünktliche) nächste Schritt, nachdem das Europäische Parlament den Klimanotstand deklariert hat: Machen. Ein einfach gutes Cover im Alarmrot."

Ninetta Orfgen, Geschäftsführerin Orfgen Marketing: "Eine bessere Welt in 10 Jahren? Um anzufangen sollten wir einfach anfangen! Das rote Cover und der Schalter wirken auf mich erstmal als Warnung. Das erinnert mich daran, dass Menschen oft Angst haben anzufangen und deshalb lange reden. Wie der erste Strich oder der erste Satz auf einem weißen Blatt Papier. Doch egal was rauskommt, es ist besser als auf das weiße Blatt zu starren. Das Cover symbolisiert für mich Mut und Aktivismus einfach anzufangen – hier: den Schalter umzulegen.

Oliver Voss, Geschäftsführer Oliver Voss GmbH: "Einfach stark."

Alexandra Trudnowski, Geschäftsführerin bei MW Office: "Auf den Schalter gebracht. Mehr am Punkt geht nicht."

Ole Puls, Executive Creative Director bei komm.passion: "Schön einfach. Einfach schön."

Jürgen Siebert, Director Marketing Monotype DACH: "Null und eins, an und aus – darauf basiert die gesamte digitale Welt. Doch Greenpeace verknüpft die beiden Zustände mit zwei Aktivitäten und fordert, den Schalter von 'Reden' auf 'Machen' umzulegen: Die Strategie für eine bessere Welt in 10 Jahren."

2. Platz: 11Freunde Spezial: Liebe & Hass

Timm Weber, Chief Creative Officer bei Digitas Pixelpark: "Ein Film in einem Bild. Toll auf den Punkt gebracht. Und ich bin noch nicht mal Fußballfan!"

Marcus Kraus, Head of Office der Hamburger Dependance von Nordisk Büro: "Vinnie Jones und Paul Gascoigne beim Liebesspiel. Fußball liefert oft Steilvorlagen für ein Topcover."

Diddo Ramm, Geschäftsführender Gesellschafter der Relevance GmbH: "Wie Sepp Herberger immer schon sagte: "Das Runde muss in das Eckige"."

Carsten Lukas, Executive Creative Director bei Bartenbach: "So auf den Punkt, dass es (selbst) weh tut."

Björn Bremer, Chief Creative Officer bei Ogilvy: "Wer den Fußball liebt, der hasst ihn auch. Ob Hass oder Liebe – Hauptsache Italien, sorry, ich meine natürlich Emotionen."

Alice Gittermann, Geschäftsführerin von Ballhaus West: "Sich fiesen Dingen mit dem speziellen Kniff widmen – diese Redaktion kann das. Einfach grandios!

Jürgen Siebert, Director Marketing Monotype DACH: "Das Doppelcover illustriert die Zweideutigkeit des Fußballs: Liebe & Hass, Sieg & Niederlage, Homosexualität & Homophobie, Foul & Fairness, Mann & Frau… Ähm, letzteres leider nicht im Bild."

Thekla Jakobi, Creative-Director bei husare: "Emotionen pur – dazu eine großartige Idee: denn Liebe & Hass liegen gerade hier nah beieinander. Im wahrsten Sinne."

Reinhard Henke, Geschäftsführer Kreation bei Butter: "Ein Cover braucht eine kurze prägnante Headline. Oder? Hier ein Gegenentwurf, mit Storytelling, Kopfkino und Zynismus. Die Frage nach manchem Unsinn in der Digitalisierung wird in einem Satz beantwortet. Und macht Lust auf mehr."

3. Platz: Barbara 33/2019

Nina Preuss, Geschäftsführerin der Agentur Preuss und Preuss: "Mutig und damit DER Hingucker."

Marcus Kraus, Head of Office der Hamburger Dependance von Nordisk Büro: "Was guckst Du? Genau hinschauen um zu verstehen, was da nicht stimmt. So muss Cover, oder stimmt was nicht?"

Uwe C. Beyer, Creative Director beim Büro Freihafen Hamburg: "Was macht das Cover des Jahres aus? Originalität, Humor und eine (gesunde) Portion Charakter? Bitte sehr."

Andreas Ottensmeier, Geschäftsführer bei battery: "Aufmerksamkeit garantiert. Hier stimmt einfach alles."

Oliver Voss, Geschäftsführer Oliver Voss GmbH: "Ein selbstironischer Hingucker. Einfach toll."

Alexandra Trudnowski, Geschäftsführerin bei MW Office: "Auf einen Blick wissen, um was es im geht … Das ist hier zu 100 Prozent gelungen. Mit einer Barbara, die durch ihre Eleganz, ihre Ausdrucksstärke und ohne Vorurteil mit dem Rezipienten kommuniziert."

Kommentare der Jury zu den nominierten Covern, die es nicht aufs Treppchen geschafft haben:

Stern 43/2019

Patrick Ackmann, Geschäftsleitung Creation bei Wefra Classic: "Eigentlich brauchte es der Worte untere dem Coverbild gar nicht. So ikonografisch, still und stark – wahnsinnig gute Idee.

Carsten Lukas, Executive Creative Director bei Bartenbach: "Einfach das smarteste Cover des Jahres."

Alice Gittermann, Geschäftsführerin von Ballhaus West: "Bringt es auf den Punkt: Worte können Waffen sein. Mein absolutes Cover-Highlight 2019. So aufbereitet, dass rechter Terror ernst genommen wird. Sehr wichtig!

David Link, Geschäftsleitung Creative & Beratung bei cyperfection: "Wir fangen erst langsam an zu verstehen, welches Ausmaß und welchen Einfluss Weaponized-Troll-Armies in unserer digitalen Realität bereits haben. Noch haben wir keine 140-Zeichen-Kanzlerin. Die Erfolge von AfD und Co. in Europa sind aber das Meer, das sich zurückzieht und bereits erahnen lässt, was für eine Welle strategischer Desinformation und Einflussnahme da auf uns zurollt. Für mich das Cover des Jahres."

Jürgen Siebert, Director Marketing Monotype DACH: "Worte werden zur Waffe… Titelseiten müssen plakativ sein. Dem Stern ist das mit der Ausgabe 43 großartig gelungen: roter Hintergrund, weiße Schrift, das Titelthema in schwarz: 'Die heimliche Armee'. Die Illustration in der Mitte des Covers, eine Schnellfeuerwaffe, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Sprechblasenbaukasten: Die Zitate in den weißen Flächen stammen aus dem Netz, geäußert von gewaltbereiten rechten Außenseitern, die sich im Internet verbünden. Die gelungene Visualisierung einer unkoordinierten Welle von Gewaltbereitschaft, die in eine Bedrohung mündet."

 

brand eins 5/2019

Thekla Jakobi, Creative-Director bei husare: "Aus Liebe zu dem Guten – dem Leben in der Provinz. Mehr als eine Chance wert."

Patrick Ackmann, Geschäftsleitung Creation bei Wefra Classic: "Wer so mit Platz und Text spielt, so simpel und genial gestaltet – der gehört unter die Top3!"

Nina Preuss, Geschäftsführerin der Agentur Preuss und Preuss: "Zwei Farben, eine halbe Kuh, zwei Zeilen = klare Aussage. Mike Meiré ist und bleibt der Cover-Gott."

Uwe C. Beyer, Creative Director beim Büro Freihafen Hamburg: "brand eins genießt seine Cover-Narrenfreiheit sichtlich und geht damit manchmal auch etwas leichtfertig um. Hier nicht: Diese halbe Kuh ist ein voller Erfolg."

David Link, Geschäftsleitung Creative & Beratung bei cyperfection: "Weniger bezahlbarer Wohnraum bedeutet auch: weniger bezahlbarer Office Space. Ohne Anreiz zieht aber kein talentierter Mitarbeiter in die Pampa. Gerade für Start-ups wird die Standortsuche da schnell auch zur Existenzfrage. Gefragt sind Lösungen, die den Nachteil der Abgelegenheit ausgleichen. Potenzial dafür ist da: Platz und Gestaltungsmöglichkeiten. Es braucht nur die kreative Idee, auf der grünen Wiese etwas Neues wachsen zu lassen."

Ole Puls, Executive Creative Director bei komm.passion: "Kompliment – auch dafür, dass die Art Direction es sich verkniffen hat, Stellung zum Titelthema zu beziehen, und mittig einen Kuhfladen zu platzieren."

 

brand eins 3/2019

Patrick Ackmann, Geschäftsleitung Creation bei Wefra Classic: "Ein schöner Satz, so entlarvend und humorvoll zugleich. Das Cover erdet: bei all der grandiosen Technikentwicklung gibt es doch Dinge, die man wirklich nicht braucht. Top Cover, brand eins ist 2020 kaum zu schlagen gewesen."

Diddo Ramm, Geschäftsführender Gesellschafter der Relevance GmbH: "Alexa, ich bin sprachlos."

Björn Bremer, Chief Creative Officer bei Ogilvy: "Sprachsteuerung ist Text. Und Text zeigt wie unsinnig digitaler Fortschritt manchmal ist."

Oliver Voss, Geschäftsführer Oliver Voss GmbH: "Nicht nur Visuals, auch Text macht ein starkes Cover."

Alexandra Trudnowski, Geschäftsführerin bei MW Office: "Innovationstreiber, Wirtschaftsmotivator, Gesellschaftsverkomplizierer, Kindervereinsamer, Alleswirdeinfacherumsetzer… All das ist Digitalisierung, und noch mehr. Welches Maß? Dieser Frage müssen wir uns jeden Tag stellen."

Reinhard Henke, Geschäftsführer Kreation bei Butter: "Ein Cover braucht eine kurze prägnante Headline. Oder? Hier ein Gegenentwurf, mit Storytelling, Kopfkino und Zynismus. Die Frage nach manchem Unsinn in der Digitalisierung wird in einem Satz beantwortet. Und macht Lust auf mehr."

brand eins 4/2019

Maud Radtke, Senior Art Director bei ressourcenmangel: "Dieses Cover steht stellvertretend für alle Brand-Eins-Cover auf dem ersten Platz. Das Magazin schafft es seit Jahren jeden Monat mit wenigen MItteln das Schwerpunktthema auf den Punkt zu bringen: clever, smart und oft mit einem Zwinkern. Aber das muss man eigentlich niemandem mehr erklären …"

 

Der Spiegel 9/2019

Maud Radtke, Senior Art Director bei ressourcenmangel: "Nicht offensichtlich offensichtlich! Ein würdevoller Abschied voller Respekt, aber nicht euphemistisch – in Wort und Bild."

Lars Lammers, Geschäftsführender Gesellschafter der Pahnke Markenmacherei: "Radikal, frei, einzigartig: Mit insgesamt gerade einmal sechs Worten preist 'Der Spiegel' seine Titelstory zum Abschied von Karl Lagerfeld an. Und schafft mit einer außergewöhnlichen Perspektive einen Hingucker par excellence. Grandiose Idee, großartig bis ins Detail."

Ninetta Orfgen, Geschäftsführerin Orfgen Marketing: "So abgewandt Karl Lagerfeld auf diesem Cover dargestellt wird, so zugewandt waren ihm die Menschen. Ich finde das Cover daher sehr kraftvoll. Es sind nicht viele Worte notwendig um Karl Lagerfeld zu erklären. Meist reicht eines seiner Markenzeichen, wie hier im Bild zu sehen."

Marcus Kraus, Head of Office der Hamburger Dependance von Nordisk Büro: "L'unique! Ein Mann, ein Zopf. Ein Charakter auf den Punkt."

Uwe C. Beyer, Creative Director beim Büro Freihafen Hamburg: "Einer der letzten ikonischen Spiegel-Cover in der schönen Tradition ausdrucksstarker Nachrufe. Eine Verbeugung."

Alice Gittermann, Geschäftsführerin von Ballhaus West: "Ohne Gesicht erkennt den doch niemand, das können wir so nicht machen… Doch! Genauso. Ist rätselhaft und zauberhaft zugleich. Ein würdiger Abschied von Karl. Perfekt."

Andreas Ottensmeier, Geschäftsführer bei battery: "Radikal, frei, einzigartig: ikonographische Gestaltung und Inhalt in perfekter Verbindung. Bestes Cover des Jahres 2019!"

gomagazin Juni 2019

Vincent Schmidlin, Sprecher der Serviceplan Agenturholding: "Reduced to the max. Maximum impact. Maximum teasing. Das hat dieses Jahr keiner besser gemacht."

Maud Radtke, Senior Art Director bei ressourcenmangel: "Sehr gutes Zusammenspiel zwischen Headline und Bild. Man hat das Gefühl, diese Bildidee als Cover schon mehrfach gesehen zu haben, aber ist dann doch überrascht ob der Titelzeile."

Timm Weber, Chief Creative Officer bei Digitas Pixelpark: "Ein Ei hat nicht nur Social Media verrückt gemacht. Sondern funktioniert auch als Cover sehr gut."

Diddo Ramm, Geschäftsführender Gesellschafter der Relevance GmbH: "Die ewige Frage nach dem Sinn von Titeln ist beantwortet."

Carsten Lukas, Executive Creative Director bei Bartenbach: "Reduced to the max."

Björn Bremer, Chief Creative Officer bei Ogilvy: "So einfach kann es sein, ein Cover für die ewigen Fragen zu machen. Henne oder Ei, wird wohl niemand je wirklich beantworten können."

Ole Puls, Executive Creative Director bei komm.passion: "Das Ei ist vielleicht nicht zuerst da – aber Erster."

 

brand eins 8/2019

Timm Weber, Chief Creative Officer bei Digitas Pixelpark: "So plakativ, so anders als alles andere, was einem im Zeitschriftenregal gegenübersteht. Schon seit Jahren übertreffen sich die brand-eins-Leute immer wieder selbst. Es ist eine große Freude ihnen immer wieder dabei zuzuschauen."

Lars Lammers, Geschäftsführender Gesellschafter der Pahnke Markenmacherei: "Hier passt alles: Thema, Zeile, Motiv. Denn: Die Vereinfachung des Lebens ist in unserer immer komplexer werdenden Zeit ein zentrales Thema. Und da setzt brand eins an. Und auf ein Gefühl. Das der Freiheit. Das man verspürt, wenn die Flip-Flops zum Einsatz kommen. Genial einfach und doch große Kunst."

Andreas Ottensmeier, Geschäftsführer bei battery: "Klar, frisch, leicht und dadurch exzellent. Die wohltuende Reduktion macht den Unterschied."

11Freunde #217

Lars Lammers, Geschäftsführender Gesellschafter der Pahnke Markenmacherei: "Dieses Magazin steht für Emotion und Fußball-Romantik pur. In einem Geschäft, in dem sich alles nur noch um Millionen dreht. 11Freunde schafft es immer wieder, dem Fan aus der Seele zu sprechen. Mit Liebe und Leidenschaft. Oftmals kommen dabei Retro-Cover zum Einsatz. Wie dieses, das einen Moment scheinbar für die Ewigkeit einfängt. Einfach ganz, ganz großer Sport."

David Link, Geschäftsleitung Creative & Beratung bei cyperfection: "Aus dem schier unerschöpflichen Fundus der 11Freunde-Coverfotos, auf denen die Emotion gefühlt anfassbar ist, könnte man problemlos Ausstellungen kuratieren. Fußball war eben schon immer eine Bastion der Emotion. Kann er das bleiben, in einer Welt der zunehmenden Individualisierung auf Konsumenten- und enthemmten Kommerzialisierung des Sports auf institutioneller Seite? Es ist die immerwährende Nagelprobe für Fußball-Enthusiasten alter Schule."

 

brand eins 7/2019

Ninetta Orfgen, Geschäftsführerin Orfgen Marketing: "Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Innehalten. Zur Ruhe kommen. Deinem Körper Sauerstoff geben (zum Denken). Ein Fehler unserer Zeit, dass die meisten dies heute nicht mehr tun. Das Cover beruhigt mich mit dieser simplen Übung. Es gibt mir ein gutes Gefühl, daher ist es fantastisch. Das schaffen nicht viele Gestaltungen auf so einfache und schnelle Weise."

Nina Preuss, Geschäftsführerin der Agentur Preuss und Preuss: "Mit zwei simplen Worten Komplexität zu beschreiben ist große Kunst."

 

Sonstige Bemerkungen:

Nina Preuss, Geschäftsführerin der Agentur Preuss und Preuss: "An brand-ein-Cover kommt leider auch kein einziges Spiegel-Cover ran. Schade."

Margit Mair - 03.02.2020